Die Kosten-Effektivität einer Maßnahme fließt dann in Entscheidungen mit ein.
1. Wie kann die gesundheitsökonomische Evaluation evidenzbasierte politische Entscheidungsfindung unterstützen?
2. Welches Kosten-Nutzwert-Verhältnis hat das Lungenkrebs-Screening?
3. Die Reduktion der Intensität der Medikamenteneinnahme von Arzneimitteltherapie bei rheumatischer Arthritis könnte Kosten einsparen, aber lässt sich dies erreichen, ohne gleichzeitg Lebensqualität zu verlieren?
1. Wie lässt sich das Kosten-Effektivitäts-Verhältnis bestimmen?

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Vergleich mit dem Therapiestandard
Die Kosten-Nutzwert-Analyse bewertet den Nutzen einer neuen Technologie im Vergleich zum bisherigen Therapiestandard unter Berücksichtigung der Kosten. In vielen Ländern ist sie Voraussetzung. Sie liefert eine Aussage über den Preis je Nutzeneinheit und prognostiziert die budgetären Folgen für das Gesundheitssystem.

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Ressourcenknappheit erzwingt Entscheidungen
Das Modell dient Entscheidungsträger:innen als Hilfsmittel, um den Wert einer Technologie relativ zum Standard unter Berücksichtigung knapper Ressourcen zu bestimmen. Es zeigt, wie das Kosten-Nutzwert-Verhältnis neuer medizinischer Interventionen im Vergleich zum aktuellen Standard bewertet wird.
2. Ist das Lungenkrebs-Screening eine kosteneffektive Maßnahme?
Evaluation eines potentiellen Lungenkrebs-Screening-Programms für starke Raucher:innen im Alter von 55 bis 75 Jahren.

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Modell
Ein Markov-Modell kann ein wesentlicher Bestandteil einer gesundheitsökonomischen Evaluationen sein und hilft, den typischen Verlauf von der Diagnose bis zur Nachsorge zu veranschaulichen. Es unterteilt Verläufe in Stadien und verknüpft diese mit Kosten sowie der Lebensqualität. Im Modell werden Nutzen und Kosten bis zu 30 Jahre berechet.

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Ergebnisse
Screening führt zu einer früheren Entdeckung von Lungenkrebs. Es verursacht jedoch Mehrkosten durch das Screening selbst, die Behandlung und eine längere Nachsorge. Produktivitätsgewinne durch die Rückkehr in den Arbeitsmarkt gleichen diese Ausgaben nur teilweise aus. Ein ökonomischer Mehraufwand bleibt somit bestehen.
3. Welche Auswirkungen hat eine Dosisreduktion bei Patient:innen mit rheumatoider Arthritis?
Rund 1 % der Deutschen leidet an rheumatoider Arthritis. Die Therapie folgt dem „Treat-to-Target“-Prinzip, um Remission oder geringe Krankheitsaktivität zu erreichen. Meist werden Arzneimittelkombinationen genutzt, darunter auch Biologika. Diese wirken schnell und effektiv, sind jedoch kostspielig und können das Infektionsrisiko erhöhen.

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Kostenersparnis vs. Lebensqualität
Dosisreduktion senkt Behandlungskosten, aber wie viel Lebensqualität müssen wir dafür aufgeben? Wenn ein:e Patient:in über einen längeren Zeitraum mit einer bestimmten Dosis stabil ist, simuliert das Modell eine Reduktion der Medikation.

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Ergebnisse
Die Dosisreduktion führt zu erheblichen Einsparungen, aber auch zu einer verminderten Lebensqualität. Eine Dosisreduktion um 50% erzielte die höchsten Einsparungen pro verlorenem QALY. Darüber hinaus ist die Strategie einer sofortigen 100%igen Reduktion vor dem Hintergrund der Risikoaversion von Patienten und Ärzten unwahrscheinlich.
Ausblick: Kann Genomsequenzierung bei seltenen und onkologischen Erkrankungen zu einer verbesserten Versorgung beitragen?
Ein Forschungsteam aus Hamburg, Innsbruck und Zürich evaluiert im Auftrag des GKV-Spitzenverbands von 2025-2030 ein neues Modellvorhaben zur Genomsequenzierung. Die Genomsequenzierung ermöglicht präzisere Diagnostik und gezielte, individuell auf die genetischen Patien:innenmerkmale abgestimmte Behandlungen.

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Evaluation des Modellvorhabens
Die Evaluation untersucht, ob die Genomsequenzierung Behandlungs- und Therapieoptionen verbessert und wie sich diese auf die Kosten auswirkt. Zudem werden Prozesse durch Stakeholder bewertet sowie die Kosten des deutschen Ansatzes international verglichen analysiert.

